Bild: Filmladen
Vor einem Jahrzehnt sorgten Veronika Franz und Severin Fiala mit ihrem Spielfilmdebüt „Ich Seh Ich Seh” international für Furore. Jetzt meldet sich das österreichische Regie-Duo mit „Des Teufels Bad” zurück – und das gleich auf der ganz großen Bühne: Das abgründige Historiendrama feiert seine Weltpremiere im Hauptwettbewerb um den Goldenen Bären auf der diesjährigen Berlinale! In der Hauptrolle des von Kameramann Martin Gschlacht bildlich umgesetzten Psychogramms beeindruckt Anja Plaschg aka Soap&Skin, die zudem auch die Filmmusik komponiert hat. Neben ihr spielen auch Kabarettist, Schauspieler und DJ David Scheid, den man nicht nur von den Bühnen des Landes und von TikTok, sondern etwa auch aus der Mockumentary „Dave” auf ORF 1 kennen sollte, sowie Maria Hofstätter, die wir u. a. in „Indien”, „Hundstage”, sowie „Braunschlag” gesehen haben.
Oberösterreich im Jahr 1750: Ein Karpfenteich reflektiert das Grau des Himmels. Ein tiefer, dunkler Wald schluckt das Sonnenlicht. Eine Hingerichtete wird auf einem Hügel zur Schau gestellt. Zum Beweis. Als Warnung. Ein Omen? Die tiefreligiöse und hochsensible Agnes betrachtet die tote Frau mit Mitleid. Auch mit Sehnsucht, denn sie fühlt sich fremd in der Welt ihres Mannes Wolf, in die sie frisch eingeheiratet hat. Eine gefühlskalte Welt voller Arbeit, Verrichtungen und Erwartungen. Immer mehr zieht sich Agnes zurück. Immer enger wird ihr inneres Gefängnis, immer erdrückender ihre Melancholie. Ein Gewaltakt scheint ihr bald der einzige Ausweg. Veronika Franz und Severin Fiala entwerfen ein abgründiges Psychogramm einer Frau, mit Fleisch und Knochen, Sehnen und Seele gespielt von Anja Plaschg, die als Soap&Skin zudem die Filmmusik komponiert hat. "Des Teufels Bad" gibt Frauen aus bäuerlichem Milieu, den Unsichtbaren und Ungehörten dieser Zeit, eine Stimme; zeigt ihren harten Alltag, bestimmt von religiösen Dogmen und Tabus, die bis ins Heute wirken. Ein Film basierend auf historischen Gerichtsprotokollen, über ein erschütterndes, bisher unbeleuchtetes Kapitel europäischer Geschichte.
Im Volksmund des 18. Jahrhundert sagte man über melancholische Menschen, dass sie im Bad des Teufels gefangen seien. „Des Teufels Bad“ bezeichnete ein Phänomen, das auch heute noch ein großes gesellschaftliches Tabu und Problem darstellt: die Depression.
Soap&Skin spielt live Ende Juni am letzten Tag der Konzertreihe neben u. a. Sam Smith und The Libertines am Lido Sounds. Tickets gibt es bei oeticket.
David Scheid spielt sowohl „Als die Welt noch eine Scheibe war” als auch „Dave on Stage” laufend auf den Kabarettbühnen quer durch Österreich. Tickets gibt es bei oeticket.