Bild: oeticket
Das diesjährige Primavera Sound in Barcelona setzte erneut Maßstäbe im internationalen Festivalzirkus. Mit zahlreichen Höhepunkten und einem herausragenden Line-up, das die gewohnt faszinierende Mischung aus aufstrebenden Newcomern, großen Legenden und aktuellen Chartstürmern präsentierte, brillierte das Festival abermals.
Wir wagten uns wieder ins Festival-Ausland und verbrachten vier aufregende Tage beim Primavera in der katalanischen Metropole am Mittelmeer. Der Auftakt war wie gewohnt kostenlos, und Phoenix, die viel zu selten live in Österreich zu erleben sind, eröffneten das Festival mit einer mitreißenden Show und einem Hit-geladenen Set.
In den darauffolgenden Tagen gab es wie gewohnt viel zu entdecken. Insgesamt standen über 260 Konzerte auf dem Spielplan, was die Entscheidung, welche Bühne man besuchen sollte, nicht immer leicht machte. Am Eröffnungstag begeisterten unter anderem Arab Strap, Amyl and the Sniffers, Vampire Weekend, Pulp und Justice das Publikum. Jarvis Cocker und seine Band lieferten ihre zahlreichen "Britpop"-Kracher ab und sorgten somit souverän für gute Stimmung.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen von Lana Del Rey. Der Anteil weiblicher Acts beim Festival war auch in diesem Jahr sehr beeindruckend. Mit etwas Verspätung und perfekter Frisur betrat sie die Estrella Damm-Stage und präsentierte Hits wie "Without You", "Young & Beautiful", "Summertime Sadness", "Bartender", "Born to Die" und "Video Games". Leider konnte sie nicht vollständig überzeugen. Dafür machten die wie immer souveränen The National vieles wett. Demnächst sind Matt Berninger und Co. übrigens auch in der Wiener Stadthalle zu sehen.
Ebenfalls überzeugen konnten Dogstar. Die Formation mit Hollywood-Schauspieler Keanu Reeves wird übrigens demnächst auch in Österreich beim Nova Rock Festival (13.06.2024 – 16.06.2024) einen Gig absolvieren – sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Die Hype-Band der Stunde, The Last Dinner Party, rockte ebenso am frühen Abend mit formidabler Lässigkeit das Publikum. Der Festivaltag generell endete mit viel elektronischer Musik und einer tanzenden Menge bei Disclosure.
Der heimliche Höhepunkt des gesamten Festivals war jedoch PJ Harvey. Die britische Sängerin sorgte am Abschlussabend für eine der herzerwärmendsten und schönsten Performances des Spektakels. Auch Mitski war wie immer beeindruckend und kraftvoll. Grammy-Gewinnerin SZA krönte den Abschlussabend mit einem nicht minder herausragenden Auftritt.
Insgesamt verzeichnete das Festival in diesem Jahr 268.000 Besucher, davon 59 % aus dem Ausland. Der wirtschaftliche Ertrag für die Stadt betrug beeindruckende 200 Millionen Euro. Mit dem Primanvera Sound Porto geht es dann vom 6. bis 8. Juni in einer etwas abgespeckten Variante als Partnerfestival in der portugiesischen Stadt Porto weiter.
Impressionen vom Gelände des Primavera Sound und seinen Bühnen im Parc del Fòrum in Barcelona:
Live immer eine Macht: die US-amerikanische Indie-Rock-Band The National - hier ihr Frontmann Matt Berninger in Aktion.