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PAENDA: neues Album "Call Me Cat"

05.10.2023 von Stefan Baumgartner

PAENDA ist nicht nur für ihre blaue Haarpracht bekannt – vor allem kennt man sie als selbstbestimmten, authentischen Pop-Act, der sich auf der Platte ebenso wohl fühlt wie auf der Bühne. Als eine von wenigen Frauen im Musikbiz ist PAENDA auch selbst als Produzentin tätig und stand mit ihrer Musik als Repräsentantin Österreichs beim Eurovision Song Contest bereits vor einem Millionenpublikum.

Von Catcalling über Ageism und Narzissmus bis hin zu Selbstbefriedigung: PAENDAs neues Album „Call me Cat“, das am 6. Oktober scheint, wartet mit Themen auf, die uns tagtäglich beschäftigen. Das klingt tanzbar, eingängig und vielfältig – und ist der perfekte Soundtrack für diesen Herbst.

In der Popwelt von heute ein Album zu veröffentlichen, ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Dass PAENDA nach drei Jahren und über dreißig Single-Releases entschied, zu ihren Wurzeln zurückzukehren und einen Longplayer – den mittlerweile dritten in der Diskographie der Musikerin, Sängerin und Produzentin – zu releasen, hat also gute Gründe. „Einfach gesagt: Es gab und gibt zu viel zu sagen. Hinter ‚Call Me Cat‘ stand der Drang, ehrlich und offen jene Dinge zu thematisieren, die mich – und viele meiner Freund:innen – tagtäglich beschäftigen.“ Die thematische Bandbreite des Albums reicht von Catcalling über den Druck, alles in jungen Jahren schaffen zu müssen, über Persönlichkeitsstörungen oder Altersdiskriminierung bis hin Selbstbefriedigung. So ist die LP, die am 6. Oktober erscheinen wird, nicht nur ein feministisches Statement auf ganzer Linie, sondern auch PAENDAs bisher persönlichstes Werk.

Wenn Musik zum Film wird

Um den Botschaften hinter den einzelnen Songs mehr Nach- und Ausdruck zu verleihen, entstand zudem über das Jahr hinweg der gleichnamige Kurzfilm „Call Me Cat“, der am 13. Oktober dem Album nachfolgt. Dieser folgt der von PAENDA dargestellten Protagonistin durch einen für viele Frauen typischen Tag, vom Morgenkaffee über den Arbeitstag und einen Barbesuch bis zum Zähneputzen. Die Musikvideos hinter den einzelnen Singles werden hierbei durch die Gesamtstory miteinander verbunden.

Das Besondere an dem Kurzfilmprojekt? Die Geschichten dahinter: „Zwar ist die Handlung an sich fiktiv, die einzelnen Vorkommnisse sind jedoch direkt so aus dem Leben genommen“, erklärt PAENDA den Entstehungsprozess. „Wir haben nur Erlebnisse und Erfahrungen in den Film eingebaut, die uns selbst sowie Freund:innen und Bekannten von uns passiert sind.“

Diese authentischen Elemente wurden in den fiktiven Handlungsstrang rund um die Protagonistin verwoben – von tatsächlich so erlebten und wortwörtlich übernommenen Catcalls über Diskriminierung am Arbeitsplatz bis hin zu sexuellen Übergriffen am Heimweg wurde hier eine Vielzahl an Erlebtem filmisch verarbeitet. „Der Film soll zeigen: Man muss diese Geschichten weder dramatisieren noch erfinden, da sie ständig passieren. Dafür muss man sich nur umhören, mit der Freundin, Kollegin, Schwester oder Tante reden. Wir alle haben etwas zu erzählen.“

"Call Me Cat": das Album

Track #1 - "Call Me Cat":

Mit der Electronic Pop Single „call me cat“ schnurrt PAENDA ungefragten Zurufen ironisch entgegen. Und wirft – auf eingängige Art und Weise – die Frage auf: Was passiert, wenn man den Spieß umdreht? Musikalisch zeigt sich der Song als eingängige Four-on-the-Floor Electronic Pop Nummer mit Mitsingcharakter. Bei all dem bleibt nur noch die Frage offen: „So you want my base in your face, huh?“

Track #2 - "Devil in my Backyard":

Das Altern ist in unserer Gesellschaft nicht nur in Sachen Optik eine unbeliebte Angelegenheit, sondern auch beruflich. Die Uhr schlägt schneller, Schönheit ist vergänglich: Ab einem gewissen Alter wird automatisch hinterfragt, von anderen, aber auch von sich aus, ob man bestimmte Dinge noch tun kann und darf. PAENDAs Antwort darauf? Man kann – und soll, denn mit den Jahren wird man auch weiser, mutiger, selbstsicherer. „Age is a letter“, deklariert sie, und stellt mit ihrem eingängigen Poptrack klar, dass Alter nur eine Zahl ist, keine Einschränkung.

Track #3 - "Get Tough":

... punktet mit treibendem Beat und einer eingängigen Melodie, die an Videospiele erinnert. Der Inhalt? Um unsere Ziele zu erreichen, müssen wir härter arbeiten, intelligenter, schneller und kompromissloser sein. „Gerade als Frau muss man oft doppelt so hart arbeiten, um seine Ziele zu erreichen“, weiß PAENDA aus eigener Erfahrung. „Als junges Mädchen wurde den meisten von uns gesagt, wir sollten ja nicht anecken, ruhig und wohlgefällig sein. Als Erwachsene fällt es uns dann oft schwer, für uns selbst einzustehen, wenn es sein muss, oder selbstbewusst genug zu sein, um an unsere Talente zu glauben.“ Die Botschaft hinter dem Song: Glaub an dich. Akzeptiere kein Nein als Antwort. Geh deinen Weg, ganz unbeirrt. Kurz: get tough.

Track #4 - "I don't get Stressed":

Die Fragen, die Kunstschaffenden und Menschen in der Kreativbranche in den Köpfen kreisen – „Ist man noch relevant?“, „Liefert man genügend und passenden Content?“ – schiebt PAENDA in „i don’t get stressed“ zur Seite und bleibt zugunsten einer entspannten Lebensführung einfach etwas länger im Bett. Wie das klingt? Leichtfüßig, eingängig und ziemlich stressbefreit.

Track #5 - "Flickering":

„I am like a candle in the wind | always bending, always flickering“: Mit „flickering“ macht PAENDA die Gedankenspiralen, in denen sich viele von uns oft verlieren, hörbar. „Vor allem als kopflastiger Mensch ist man oft von innerer Unruhe und Instabilität geprägt. Man denkt zu viel, zu lange, zu oft über Dinge nach, macht sich Sorgen und verliert sich in Gedanken dazu, wie man diese lösen oder ändern könnte“, erklärt die Künstlerin die Message hinter der alternativen Pop-Nummer.

Track #6 - "Quit the Game":

Höher, schneller, weiter – und besser als die anderen: Mit „quit the game“ widmet sich PAENDA unserer heutigen Hustle-Kultur und dem Geltungsdrang in unserer Gesellschaft. „Nur, wer das Spiel mitspielt und sich stets auf Social Media als erfolgreich präsentiert, ist dies auch – oder so möchte man es uns zumindest weis machen. Ich habe in den letzten Jahren für mich gelernt, dass man sich nicht kaputt arbeiten und ständig online belegen muss, dass man etwas erreicht hat.“ Mit ihrem mitreißenden Four-on-the-floor-Song macht PAENDA dieses fiktive Rennen hörbar.

Track #7 - "Narcissistic Brain":

Während sich die einen übertrieben feiern, machen sich andere wieder zu klein. Kennen wir: Das Wort „Narzissmus“ wird mittlerweile beinahe inflationär gebraucht, vielleicht, weil es heute mehr Personen denn je gibt, die diesen aktiv zu leben scheinen – vielleicht auch, weil wir auf diese Art der Persönlichkeitsstörung sensibilisierter sind. „Was auch immer der Grund dafür ist: Jede:r von uns weiß, was ein Narzisst ist. Oft ist das übertriebene Selbstbewusstsein, das große Ego, der anderen Person enervierend“, so die Künstlerin. In ihrem Song stellt sie sich die Frage: Ist es nicht manchmal karrierefördernd, vielleicht sogar eine Art von Selbstschutz, ein wenig narzisstisch zu sein? „‚Narcissistic brain’ ist der Wunsch, das eigene Licht nicht mehr unter den Scheffel stellen zu müssen, nicht immer bescheiden sein zu müssen oder sich absichtlich kleiner zu geben. Und stattdessen mit großem Ego aufzutreten.

Track #8 - "Turn the Light Off":

Pyschische Erkrankungen und Störungen sind heute längst nicht mehr so marginalisiert, wie sie es einst waren. Dennoch ist es nach wie vor kein Leichtes, sich selbst einzugestehen, dass man vielleicht selbst von der Norm abweicht im eigenen Denken und Fühlen. Diese Realisation beschreibt PAENDA in „turn the light off“, der langsamsten Single auf „Call Me Cat“. „Man ist sich und seinen Gefühlen oft ausgeliefert und setzt auch andere Personen diesen Emotionen aus. Einzusehen, dass man Dinge anders empfindet als die ‚Masse‘ ist eine Herausforderung; kann aber auch erleichternd sein.“

Track #9 - "Lovin Myself":

Gesellschaftskritik, Selbstliebe und -befriedigung? Was im ersten Moment absurd wirken mag, kann zusammengehören: In „lovin’ myself“ arbeitet PAENDA ihre Erfahrungen mit dem eigenen Selbstbild auf – und trifft damit zugleich den Nerv der Zeit. „Als Frauen werden oft auf unser Äußeres reduziert, sind damit dann nicht zufrieden, weil wir dem Standard nicht entsprechen. Häufig führt das dazu, dass wir unseren Körper nicht so annehmen, wie er ist und uns wenig bis kaum mit diesem befassen wollen.“ Zur Message hinter dem Track, sich mit seinem Körper und seinen eigenen Bedürfnissen auseinanderzusetzen und sich selbst ein wenig Liebe und Lust zu schenken, gesellt sich eine eingängige Hook und ein Beat, der zum Bewegen animiert.

PAENDA: live

PAENDA präsentiert ihr neues Album am 12. Oktober im B72. Tickets gibt es bei oeticket.

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