Bild: Ron Rafaelli
Wenn wir aktuell von Musik und Kino reden, fallen fast immer zwei Namen: Timothée Chalamet und Bob Dylan. Heute startet nämlich das Biopic “Like a Complete Unknown” in den österreichischen Kinos, wir haben bereits ausführlich darüber berichtet. Doch in den kommenden Wochen flimmern noch zahlreiche Musikfilme mehr über die große Leinwand, etwa im Rahmen der zahlreichen “Poolinale Nights” im Wiener Filmcasino.
Am 9. März findet um 20 Uhr im Filmcasino die Österreich-Premiere von “Köln 75” in Anwesenheit von Vera Brandes, Mala Emde, Ido Fluk und Sol Bondy statt.
“Köln 75” erzählt die wahre Geschichte der rebellischen Teenagerin Vera Brandes (gespielt von Mala Emde), die gegen den Willen ihrer konservativen Eltern auf eigenes Risiko das Kölner Opernhaus bucht, um den amerikanischen Pianisten Keith Jarrett (gespielt von John Magaro) im Januar 1975 für ein Konzert nach Köln zu holen. Nicht nur ihre Eltern, auch das Leben selbst scheint sich gegen dieses gewagte Vorhaben verschworen zu haben - heute aber wissen wir: Jarretts Impro-Konzert fand statt, wurde auf Schallplatte verewigt und gilt heute als eine der populärsten Jazz-Veröffentlichungen des 20. Jahrhunderts.
Am 11. März sehen wir um 20:30 Uhr im Filmcasino den Publikumspreis-Gewinner vom Sundance Filmfestival, “Kneecap”.
Vorab: Kneecap gibt es wirklich. Das Belfaster Hip-Hop-Trio wurde 2017 gegründet und benannte sich - Funfact, haha! - nach dem “kneecapping”, einer innerhalb der IRA durchgeführten Bestrafung, bei der den Bestraften in eine oder beide Kniescheiben geschossen wurde. Kneecap verbinden Hip-Hop mit Techno und traditioneller irischer Musik, singen sowohl auf Englisch, als auch auf Irisch - 2024 erschien ihr Debütalbum “Fine Art”. Im Film spielen an der Seite von Michael Fassbender (!) die drei Rapper Mo Chara, Móglaí Bap und DJ Próvaí sich selbst: Viel authentischer kann man wohl nicht in die Belfaster Musikszene eintauchen!
Am 18. und 27. März sehen wir um 20:30 Uhr im Filmcasino den ersten offiziell genehmigten Film über eine der größten Bands der Geschichte: “Becoming Led Zeppelin”.
Robert Plant, Jimmy Page, John Paul Jones und John Bonham: Zusammen waren sie Led Zeppelin und vermutlich größer als die Beatles. Der erste (!) offiziell genehmigte Film über sie erforscht nicht nur die Ursprünge dieser Ikonen und ihren kometenhaften Aufstieg gegen alle Widrigkeiten in nur einem Jahr (!), sondern wird auch von den (überlebenden) Bandmitgliedern Plant, Page und Jones auch in ihren eigenen Worten erzählt. Anhand von beeindruckendem und noch nie zuvor gesehenem Filmmaterial erkunden wir auf einer zweistündigen Odysee diesen Höhepunkt der Rockgeschichte.
Am 20. März findet um 20:15 Uhr im Filmcasino die Kino-Premiere von “Otto Lechner - Der Musikant” in Anwesenheit von Otto Lechner und Bernhard Pötscher statt.
Zwischen der vom Akkordeon untermalten Rezitationen von Franz Kafkas Erzählungen und der „Dark Side of the Accordion“, seiner persönlichen Hommage an Pink Floyd: Was Otto Lechner seiner Ziehharmonika entlockt, ist musikalische Urkraft. In Bernhard Pötschers Dokumentarfilm begegnet man derartigen Elementarereignissen und dem, der diese geschaffen hat - und wir springen dabei einen musikalischen Bogen vom Karel-Gott-Schlager “Fang das Licht” bis hin zur Symphonischen Dichtung “Gracchus”, die Lechner als Auftragswerk für das Brucknerjahr komponiert hat. Dazwischen hören wir Jazz, Weltmusik und noch viel mehr!
Am 6. Mai erleben wir um 20:30 Uhr im Filmcasino die Österreich-Premiere von “This Is a Film About The Black Keys”.
Dan Auerbach und Patrick Carney kannten sich kaum, als sie in einem Keller in Ohio ihre ersten Aufnahmen machten, aber sie merkten schnell, dass sie eine starke musikalische Verbindung und den Willen zum Erfolg hatten. Zehn Jahre lang tourte das Duo unermüdlich, bis sie schließlich mit “Brothers” und “El Camino” in den Indie-Himmel gehoben wurden - ihre Musik hört man unter anderem in “School of Rock”, “Zombieland”, “Das A-Team” und den Serien “Sons of Anarchy” und “The Leftovers”, sowie im Soundtrack zu FIFA 11. Zuletzt erschien von The Black Keys “Ohio Players”, ein Album, das sie hoffentlich (nach dem Frequency 2012) endlich auch wieder nach Österreich führt.
Am 22. Mai findet um 20:30 Uhr im Filmcasino die Österreich-Premiere von “Since Yesterday: The Untold Story of Scotland's Girl Bands” statt.
Die bisher kaum erzählte Geschichte der schottischen Girl-Bands seit 1960: Musikerinnen, deren Arbeit durch die selektive Voreingenommenheit einer von Männern dominierten Branche ignoriert wurde und immer noch wird. Der Film verbindet persönliche Anekdoten und Archivmaterial aus sechs Jahrzehnten zum ultimativen visuellen Mixtape. Ungehörte Demos und verschollen geglaubte Filmaufnahmen von Auftritten, die die Game Changer, Trailblazers, Popstars, Post Punks und Pioniere feiern, die niemals Kompromisse eingegangen sind und deshalb in Vergessenheit gerieten.
Am 3. April findet um 20:30 Uhr im Filmcasino die Österreich-Premiere von “Omar and Cedric: If This Ever Gets Weird” statt.
Die beiden bekannten Gesichter der Kultband The Mars Volta, Omar Rodríguez López und Cedric Bixler Zavala, lernen sich bereits in ihrer Jugend im texanischen El Paso kennen. Sie teilen den lateinamerikanischen Background, die Musikbegeisterung und zwischenzeitlich das Bett. Montiert aus aktuelleren Aufnahmen und über hundert Stunden privatem Filmmaterial ist dieser Film ein Ritt durch 20 Jahre Freundschafts- und Musikgeschichte: Beginnend mit ihrer Zeit bei der Hardcore-Band The Drive-In über Projekte wie die Dub-Combo De Facto bis zum Progressive-Rock von The Mars Volta oszilliert der Film zwischen Rausch, Wahn, Abhängigkeiten, Freundschaft und Liebe, um immer wieder in der Musik zu münden.
Am 9. April findet um 20 Uhr im Filmcasino die Österreich-Premiere von “In Restless Dreams: The Music Of Paul Simon” statt. Folgetermin: 27. April um 13 Uhr, ebenfalls im Filmcasino.
Der legendäre Songwriter Paul Simon hat endlich den großen Porträtfilm bekommen, den er verdient. Oscar-Preisträger Alex Gibney ("Taxi zur Hölle") entwirrt sein überbordendes Lebenswerk, von seiner Zeit mit Art Garfunkel ("The Sound of Silence") über sein Solo-Highlight „Graceland“, auf dem er afrikanische Musik mit westlicher Popmusik vereinte, bis hin zu seinem neuesten Album “Seven Psalms”. Während die Doku Einblick in die Entstehung von “Seven Psalms” gewährt, erzählt Simon Geschichten aus seiner sechs Dekaden langen Musikkarriere, nie zuvor gezeigtes Filmmaterial inklusive.
Tickets gibt es wie immer direkt beim Filmcasino.
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