Bild: Christoph Saal
Crispies, gegründet als The Crispies, startete als wilde Teenage-Garage Punk-Band. Mit der Single "Bad Blood" gelang ihnen schon beim Debüt ein veritabler Szene-Hit, das Album "Death Row Kids" mit seinen zehn "Einefetzersongs" (Kurier) war eines der exzessivsten Rock-Alben 2016. Auf dem Nachfolger "Fake Leather" wurde 2018 die Intensität zeitweise etwas heruntergefahren, Rock’n’Roll-Klischees gingen, Rap-, R’n’B- und elektronische Einflüsse kamen. Die auf "Fake Leather" zelebrierte Verschmelzung von analogen und digitalen Formen der Musikproduktion charakterisiert Crispies heute noch. Dazu zieht sich auch textlich ein roter Faden durch ihr gesamtes Schaffen: eine bei aller Unzufriedenheit etwas lethargische Gleichgültigkeit dem eigenen Schicksal gegenüber.
Crispies sind neben Frontmann Tino Romana (Vocals) auch Michael Tauschmann (Gitarre), Adriana Roth (Bass) und Lukas Hasi Hasitschka (Schlagzeug).
I’m an alcoholic. Mit dieser Selbsterkenntnis im Refrain rekapituliert Crispies-Sänger Tino Romana den zehnjährigen Kampf mit seiner Sucht, die letzten eineinhalb davon trocken. "Alcoholic" ist ein Ventil für all die angestaute negative Energie und die Gefühle der Beklemmung, die in den Jahren der Sucht ständige Begleiter waren. So klingt der Song dann auch: Sehr impulsiv an einem Nachmittag geschrieben treiben Schlagzeug und Bass kompromiss- und rücksichtslos nach vorne während Tino sich den Frust von der Seele schreit. "Alcoholic" ist der erste Vorbote für die im Mai kommende EP, die am 6. Juni im Wiener Chelsea auch live vorgestellt wird.