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Singlepremiere: Liener "Traurig sein"

20.03.2023 von Stefan Baumgartner

Matthias Liener wurde 1991 im niederösterreichischen Mistelbach geboren. Im Alter von acht Jahre wurde er bei den Wiener Sängerknaben, in Chor und Internat, aufgenommen. Konzertreisen mit diesem Ensemble führten ihn in den nächsten sechs Jahren ins europäische Ausland, nach Asien und in die USA. Mit Kleinbesetzungs- und Solorollen in Opern wie "Die Zauberflöte", "Carmen", "Tosca" oder "La Bohème" machte er auf den Bühnen der Wiener Volks- und Staatsoper auf sich aufmerksam.

Erste eigene Kompositionen, Liedtexte und Arrangements folgten dann als Jugendlicher in seiner HTL-Ausbildungszeit (Elektrotechnik). Nach der Matura folgte das Studium der Musikwissenschaften und Musikerziehung. 2014 wechselte Liener zur Studienrichtung „IGP (Instrumental- und Gesangspädagogik) klassischer Gesang“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Julia Bauer-Huppmann, mit Abschluss Bachelor of Arts im Jahr 2019. Seither widmet er sich dem IGP-Masterstudium, unterrichtet Gesang an der Musikschule Pottendorf und gibt Gesangs- und Kompositionsworkshops, u.a. bei der Vienna Boys Choir Music Academy in Hongkong 2019.

Liener wirkt bei Bühnenproduktionen von Oper (z. B. Neue Oper Wien) bis Pop und Neues Wienerlied (z. B. Die Spritbuam) mit, und ist als Vokalist beim Chorus Viennensis, der Choral-Schola der Wiener Hofburgkapelle, bei den a cappella Ensembles VieVox und Das Wird Super sowie Andy Lee Lang & The Wonderboys tätig.

Seine im Rahmen der Konzerte in der Wiener Hofmusikkappelle zur Aufführung gelangte Komposition „Was soll’s bedeuten“ für 4-stimmigen Männerchor, 4-stimmiges Soloensemble, Posaunenquartett und Rezitation wurde vom Kultursender Ö1 am EBU Euroradio Christmas Music Day 2019 ausgestrahlt.

Wenn die Winterdepression langsam aber sicher in die Frühjahrsmüdigkeit mündet, ist "Traurig Sein" angesagt. Mit der neuen - mittlerweile fünften - Single widmet sich das Wiener Kollektiv rund um Mastermind Matthias Liener nuanciert und introvertiert einer postadoleszenten Reflexion über die eigene Identität.

Verbal reduziert und extrahiert trifft die Eröffnungsphrase "Gibt's dich überhaupt in echt oder bist du ein Phantomschmerz?" zielsicher Magengrube und Denktrakt. Musikalisch raffiniert borgt sich Songwriter Matthias Liener bereits im Intro einen chromatischen Abgang in der Grunge-Gitarre von Pink Floyd, wie es Andrew Lloyd Webber ebenso bereits tat, um ein Phantom zu etablieren. Bittersüß und schwermütig-flockig glänzt der Refrain und dreht den Ohrwurm "Nein du bist kein ungetrübter Sonnenschein, doch du willst auch nicht immer traurig sein" nachhaltig in die Hypophyse. Das Musikvideo im TV-Flimmer-Analog-Stil zelebriert die bedrückende Schönheit der völlig unbelebten, winterlichen Küste Dalmatiens und beschwört die Geister der Traurigkeit hologrammartig herbei.

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