Bild: Constantin Film Distribution GmbH / Bernd Schuller / Constantin Film Österreich Bild: Constantin Film Distribution GmbH / Bernd Schuller / Constantin Film Österreich
Kabarett & Comedy

"Steckerlfischfiasko": Ohne Simon Schwarz geht’s einfach nicht

21.07.2026 von Stefan Baumgartner

Nicht nur Dorfpolizist Eberhofer ist im “Steckerlfischfiasko” auf Simon Schwarz angewiesen: Auch Manuel Rubey liebt seinen Kompagnon - in ihrem bereits zweiten gemeinsamen Bühnenprogramm.

Mit den Eberhoferkrimis hat die deutsche Autorin Rita Falk einen wahren Hype ausgelöst, der ihr unter anderem sogar 2023 den Österreichischen Krimipreis einbrachte: In mittlerweile dreizehn Büchern – durchaus knackig von “Leberkäsjunkie” bis “Kaiserschmarrndrama” betitelt – ermittelt sich da seit 2010 Franz Eberhofer durch teils überaus absurde Morde im bayerischen Niederkaltenkirchen. Eberhofer war zuvor eigentlich Polizeihauptmeister in München, wurde aber in die Provinz strafversetzt: Er leidet – und das hat ihm auch die Versetzung eingebracht – unter mangelnder Impulskontrolle und unter einem zu hohen Cholesterinspiegel – seine Ernährung besteht nämlich, wie in Bayern so üblich, zu großen Teilen aus Leberkäse und Bier.

Neben den Kriminalfällen selbst stehen aber auch sein Umfeld im Mittelpunkt: Dazu gehören seine rüstige, deftig aufkochende Oma, sein dauerbekiffter Vater, seine resche Freundin Susi, seine durchgehend angetrunkenen Freunde Ignaz und Simmerl, sowie sein Ex-Kollege Rudi, der mittlerweile als Privatdetektiv tätig ist. Auch Rudi wurde aus dem Polizeidienst entfernt, nachdem er einem überführten Kinderschänder in die Hoden geschossen hatte, damit dieser nach der Entlassung aus dem Gefängnis nicht weiter seinen Trieben nachgehen kann. Aber auch als Privatdetektiv ist Rudi weiterhin stets an der Seite von Eberhofer: Nicht nur, dass er selbstverständlich Nutznießer von Oma Eberhofers Küche ist, auch bei Eberhofers Fällen ist er stets ein nicht unwesentliches Beiwagerl. Rudi wird in den bisher neun Verfilmungen der Bücher von Simon Schwarz kongenial impersoniert: Am 13. August läuft nun der zehnte Film “Steckerlfischfiasko” in den Kinos an, die Verfilmung des zwölften Bandes aus dem Jahre 2023.

Das Gewinnspiel zum “Steckerlfischfiasko” findet ihr [an dieser Stelle].

Das Steckerlfischfiasko

In Niederkaltenkirchen gibt es neuerdings einen mondänen Golfplatz, was natürlich die üblichen Verdächtigen auf den Plan ruft, wie die besten Freunde von Eberhofer, den Fleischermeister Simmerl und den Heizungspfuscher Ignaz. Letzterer durfte im Clubhaus die sanitären Anlagen gestalten und nun findet man just dort im Spa-Bereich eine Leiche, nämlich den Vereinschef: Erschlagen mit einem, ihr ahnt es, Golfschläger.

Wie in jedem der Eberhofer-Krimis gibt es viele, die ein Motiv für den Mord hätten. Doch anstatt, dass Eberhofer akribisch (und sehr zu seinem Leidwesen unter dubiosen Schickimicki-Arschlöchern) ermittelt – was er wie so oft gerne, aber undankbar seinem Spezi Rudi überlässt – hadert er mit seinem Dasein: Die Oma ist nämlich zu Kur und kocht deswegen nicht, dafür kandidiert seine Susi als Bürgermeisterin von Niederkaltenkirchen. Und wäre damit nicht schon genug, interessiert sich sein Sohn Paul plötzlich für Ballett anstatt für – ganz klassisch – Fußball. Aber natürlich schaffen es Eberhofer und sein Rudi letztlich doch, auch hier wieder den mordenden Unhold zu überführen.

Die Gags und Charaktere sind für Fans der Serie weiterhin altbekannt und herrlich erfrischend aus der Zeit gefallen; Einziger Wermutstropfen: 2025 erschien mit “Apfelstrudel-Alibi” der vermutlich letzte Buchband der Eberhofer-Reihe – wie es mit den Verfilmungen also weitergeht, steht vorerst noch in den Sternen.

Das liegt wohl auch daran, dass sich Rita Falk mittlerweile mit den Verfilmungen nicht immer gänzlich zufrieden zeigt: Ganz im Gegenteil zu den Kinobesuchern, denn die belohnen jede Premierenwoche mit stetig steigenden Zuströmen! Und tatsächlich muss man vor allen Darstellern wahrlich den Hut ziehen – selten, dass eine Besetzung so sehr wie die Faust aufs Auge passt, wie hier. Und das liegt natürlich auch (aber nicht nur) am kongenialen Zusammenspiel von Sebastian Bezzel (Franz Eberhofer) und Simon Schwarz (Rudi Birkenberger).

Das Restaurant

Ein kongeniales Zusammenspiel und die Kulinarik stehen jedoch nicht nur bei den Eberhofer-Krimis im Fokus: Simon Schwarz steht nämlich seit mittlerweile drei Jahren auch gemeinsam mit seinem Freund, dem Kabarettisten ("Triest" mit Thomas Stipsits), Schauspieler ("Falco") und Sänger (Mondscheiner, Familie Lässig u. a. mit Gunkl) Manuel Rubey in ihrem ersten gemeinsamen Kabarettprogramm “Das Restaurant” auf der Bühne – siehe dazu unser Interview [an dieser Stelle].

Da dreht sich alles um ein Sternerestaurant in der Pampa, das plötzlich abbrennt. Die Vermutung liegt nahe: Haben sie, die Besitzer selbst, “das Restaurant” – so der prägnante Name des Kulinariktempels – warm abgetragen? Seit Premiere erfreuen sich Simon Schwarz und Manuel Rubey stets ausverkaufter Säle – das liegt einerseits daran, dass die zwei Publikumslieblinge zusammen vielleicht sogar noch besser funktionieren als einzeln. Spielen können die beiden natürlich, zusammenspielen noch viel mehr: Das liegt auch daran, dass das Stück gemeinsam mit Sebastian Huber und Jürgen Marschal von der Tagespresse geschrieben wurde und demnach die Handlung, die Dialoge auf die beste Essenz verdichtet sind. Großartig ist da etwa Simon Schwarz im Dialog mit einem Nazi-Eichhörnchen mit Kärntner Akzent, das sich über die fehlende “patriotische Esskultur” der veganen Speisekarte empört: Treffend, lebt Schwarz selbst doch privat überwiegend vegan, wie er uns in unserem “Tischgespräch” [an dieser Stelle] verriet. Das größte Problem an der Speisekarte ist jedoch das signature dish: Denn im Salbeirisotto befindet sich Aztekensalbei, der etwas anders wirkt als konventioneller Salbei …

Liebe

Bis Mitte November läuft “Das Restaurant” noch, bereits ab Herbst kann man schon die ersten Versuche des zweiten gemeinsamen Bühnenprogramms von Simon Schwarz und Manuel Rubey erleben: Das erste “tryout” von “LIEBE” findet am 18. September im Wiener Kabarett Niedermair statt, bevor es ab Jänner im Wiener Stadtsaal regulär anläuft und zahlreiche weitere Termine in ganz Österreich bereits bestätigt sind!

Darin beweisen die beiden Herren, dass Gegensätze sich anziehen, das Herz aus einem Ying und einem Yang besteht: Denn Simon lebt im Sauseschritt, frühstückt am liebsten Chili pur und roh und steht sogar vor dem Weckerklingeln auf. Manuel hingegen, der findet Hemdenbügeln schon extrem, liebt Notizen und sein Archiv. Aber mehr noch als ihre eigenen Bedürfnisse, lieben sie sich gegenseitig – und stellen damit ein wunderbares Kontrastprogramm zur tatsächlichen Welt auf die Bühne: Denn nicht nur die Demokratie, sondern auch der Respekt und die daraus resultierende Liebe befinden sich, bekanntlich, allerorts in einer Krise. Vielleicht können wir es dank der beiden Herren schaffen, uns auch außerhalb der Kabaretthäuser den Alltagskatastrophen zum Trotz wieder für die Liebe zu entscheiden? Die Zukunft würde es uns danken.

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