Bild: Stefan Baumgartner
Für alle Metal-Fans, die nicht gerade auf dem Weg nach Wacken oder bereits auf Wacken sind, haben wir fünf Alternativen parat, die eure Woche trotzdem heavy werden lassen!
Alljährlich pilgern abertausende langhaarige, tätowierte, in flodderige Kutten gewandete, mit wohlgeformten Gössermuskel gesegnete Adonisse und Dianen ins verschlafene norddeutsche Dörfchen Wacken, um am „Holy Ground“ in der bierdurchtränkten Masse an Metal-Fans beim weltgrößten Metalfestival Wacken unterzugehen – und um zumindest für eine Woche lang die Sau rauszulassen und zuweilen wie ein Ferkerl auch zu riechen (immerhin ist man ja am Land).
Seit 1990 ist das Mega-Festival jährlicher Fixpunkt für all jene, die ihr Bier aus Trinkhörnern und ihre Pommes-rot-weiß nur mit Pommesgabel vertilgen – während die besten, härtesten und vielleicht sogar gefährlichsten Bands durch ihre Lauscher pflügen, als wären sie mit Testosteron gedopt durchwegs auf Streit gebürstet: Dieses Jahr etwa Guns N‘ Roses, Machine Head, Papa Roach, WASP, Saxon, King Diamond, Apocalyptica, Mastodon und Within Temptation.
Doch es gibt auch zahlreiche Metalfans, die sich beim erneut rasend schnellen Ausverkauf kein Ticket sichern konnten, das nötige Kleingeld dafür nicht hatten oder vom Chef, der naturgemäß ein Helene-Fischer-Fan ist, eine Urlaubssperre aufgebrummt bekommen hatten: Ihnen werden nun, daheim oder im Büro hockend, zahlreiche Reels in den Feed gespült, wie sich bereits seit Sonntag die ersten PKWs durch den Matsch pflügen, Zeltstädte errichtet werden und bei den zahlreichen Pre-Partys zu Wochenanfang bereits die extra verlegten Bier-Pipelines (!) leer gesaugt werden – etwa im legendären Landgasthof zur Post, wo Ende der Achtziger die Initialidee für das Wacken entstand und gestern die Dänen Baest gezeigt haben, wo der Bartl den Most herholt.
Aber: Verzagt nicht! Auch wir, die Daheimgebliebenen, haben so einige Möglichkeiten, die Wacken-Woche nicht gänzlich in stiller Tristesse versinken zu lassen – zumal in weiten Teilen Österreichs zumindest das Wetter Wacken nacheifert.
Slayer ist, das ist ein unumstößliches Naturgesetz, nach Iron Maiden die beste lebende Heavy-Metal-Band der Welt – und ja, lebend: Auch wenn Slayer 2019 eigentlich den Stecker gezogen und sich in den Vorruhestand verabschiedet haben, spielen sie seit vergangenem Jahr überraschend wieder einzelne Konzerte - zuletzt zwei Shows auf der britischen Insel. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass wir Slayer 2026 auch am europäischen Festland (und vielleicht sogar beim Nova Rock?!) erleben dürfen.
Allerdings hat Slayer-Gitarrist Kerry King den langweiligen Leerraum der vergangenen fünf Jahre produktiv genutzt und seine eigene Band aus der Taufe gehoben – und die klingt nicht viel anders als seine doch-nicht-frühpensionierte Hauptband, zumal er auch einige Slayer-Klassiker live spielt. Diese Woche gastiert er in der Wiener SimmCity – der perfekte Zeitpunkt, sich zum Schnittwoch ein paar vegane Schaumsüppchen um wohlfeile sechs Euro (und auch das ruft ein Wacken-Feeling hervor!) reinzustellen!
Wenn ich mich nicht verzählt habe, dann hat die Floridianische Dampfwalze Obituary schon dreimal auf Wacken gespielt – und bereits am heutigen Dienstag legen sie das Grazer ppc mit ihrem „Redneck Stomp“ ein paar Etagen tiefer. Es ist dies die erste Show (!) ihrer „Cause Of Death“-Jubiläumstour zum halbrunden und 35. Geburtstag ihres zweiten, kultigen Albums – quasi das „Ride The Lightning“ des Death Metals. Von „Infected“ über „Chopped In Half“ bis „Turned Inside Out” wird da geröchelt, gepoltert und gestampft, dass sogar die Stampede in „Jumanji“ dazu vergleichsweise wie ein laues Lüftchen weht. Und spätestens, wenn John Tardy sein ikonisches „Grawüüürrrrggggrrruuuah!“ ins Publikum grollt, versinkt man selbst am Betonboden des ppc knöcheltief im Sumpf – Wackenfeeling pur.
Am Donnerstag feiern zudem die Chicagoer Massenmörder-Freaks von Macabre ihr 40. Bandjubiläum in Wacken, bevor sie selbiges diese Woche Sonntag auch hierzulande, in der Innsbrucker Livestage, zelebrieren. Im Gepäck haben Corporate Death, Nefarious und Dennis the Menace nicht nur ihre in Krachmusik gewandeten Geschichten über so verquere Serienmörder wie Jeffrey Dahmer, Albert Fish, Ed Gein, John Wayne Gacy, Peter Kürten, Ted Bundy und den Nightstalker – sondern holen sie auch teils leibhaftig auf die Bühne! Wer das für absonderlich hält, hat wohl ein anderes sonntägliches Ritual vergessen: Menschen, die sich frühmorgens in kultische Räume begeben, um in Andacht Geschichten über einen auferstandenen Toten zu lauschen – der seine Jünger obendrein dazu auffordert, sein Blut zu trinken.
Was wohl niemand nach Wacken mitnimmt, ist ein gutes Buch: Zwischen Tod, Bier und Teufel findet eine erbauliche Lektüre von „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ nur selten Platz. Aber die Daheimgebliebenen könnten ihre Mußestunden dazu nutzen, zumindest ein lustiges Buch zu lesen – und zwar das „Lustige Taschenbuch“. Erst vor wenigen Wochen erschien nämlich die von Wacken präsentierte Sonderausgabe mit einer neuen und sechs alten Geschichten aus Entenhausen.
In der Erstveröffentlichung „Das muss lauter!“ spielt Donald Duck da etwa am „legendären Quacken-Open-Air“ – und liefert mit seiner „Donnerknall-Ultra-Gitarre“ vor zahlreichen Heavy-Metal-Fans ordentlich ab. Aber natürlich treten auch die legendären Panzerknacker, Phantomias, Onkel Dagobert als geldgeiler Musikproduzent, Daniel Düsentrieb und natürlich die vifen Enkerl Tick, Trick und Track auf.
Die Wacken-Sonderausgabe vom “Lustigen Taschenbuch” ist in den Trafiken, im Buchhandel und natürlich auch auf Amazon erhältlich. Glücklicherweise kann man den Handlungssträngen auch folgen, wenn man sich während der Lektüre ganz im Wacken-Style nebenbei ein paar Hopfenkaltschalen genehmigt!
Apropos Bier: Iron Maiden hat soeben erst im Happel-Stadion bewiesen, dass sie immer noch die beste Heavy-Metal-Band der Welt ist. Wer sich einen (oder mehrere) der limitierten Bierbecher als Erinnerungsstück mit heimgenommen hat, könnte sich das Konzertfeeling verlängern, indem man sich unter ironmaidenbeer.eu ein paar der zahlreichen offiziellen Maiden-Biere bestellt: Vom limitierten „Run For Your Lives“-Tourbier über das Jubiläumsbier zum 50. Bandgeburtstag bis hin zum „Fear Of The Dark“-Stout. Das Beste dabei ist, dass im Shop nicht nur ebenfalls offizielle Trooper-Gläser und Bierdeckel erhältlich sind, sondern dass die Lieferung auch zollfrei direkt aus Österreich kommt!
Und wenn man sich dann ordentlich mit Bier eingedeckt hat, kann man gemeinsam mit der zwar fiktiven, dabei aber gefährlichsten Metalband der Welt – Impaled Rektum aus der finnischen Provinz – nach Wacken reisen: Nach der Kultkomödie „Heavy Trip“ (2018) ist nämlich mittlerweile auch die Fortsetzung „Heavier Trip“ auf Amazon verfügbar! Bekanntlich wurde Impaled Rektum nach ihrem chaotischen Roadtrip auf das norwegische Northern Damnation Festival im ersten Teil inhaftiert, bricht nun jedoch aus dem Knast aus und startet einen nicht minder chaotischen Roadtrip aufs legendäre Wacken Festival.
Wer es weniger klamaukig mag, der streamt einfach ausgesuchte Konzerte live aus Wacken über Magenta TV! Unter anderem die Auftritte von Dark Funeral, Grave Digger, Nailbomb (live am 5. August in Wien!), Fear Factory, Static X (live am 5. August in Wien!), Destruction und Decapitated sollte man sich nicht entgehen lassen!
Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude – und das eine oder andere Metal-Festival im näheren Umkreis steht ja noch in den Startlöchern. Wieso also nicht die Zeit nutzen, um noch spontan einen lauten Zeitausgleich für die nächsten Wochen einzubuchen? Für Kurzentschlossene drei zeitnahe Tipps: