Bild: Polyfilm
Die Poolinale Nights im Wiener Filmcasino und Filmhaus gehen in die nächste Saison - im Herbst werden also erneut die besten atuellen Musikfilme (zumeist als Österreich-Premieren, oft auch exklusiv) auf der Kinoleinwand präsentiert. Im Line-up finden sich Filme über Joan Baez, Molden/Resetarits/Soyka/Wirth, Pete Doherty, Cindy Lauper, Little Richard, Nick Cave & the Birthday Party, The Streets mit Mike Skinner, Anton Corbijn & Hipgnosis und Carlos Santana.
Rudy Valdez | US 2022 | 98 min | Engl.OV mit dt.UT
Im Alter von fünf Jahren lernte Carlos Santana in seiner Heimat Mexiko Geige spielen, mit acht Jahren entwickelte er eine lebenslange Liebe zur Gitarre. Mit 14 Jahren verfeinerte er sein virtuoses Gitarrenspiel und seinen Musikstil, indem er als Straßenmusiker arbeitete und seine eigene Band gründete, als er noch ein Teenager war. Mit 22 Jahren – kurz bevor sein erstes Album veröffentlicht wurde – wurde 1969 Carlos Santana zu einer der größten Entdeckungen von Woodstock.
Seit 50 Jahren ist Santana eine Legende in der Musikbranche und ein 10-facher Grammy-Gewinner. Er ist nach wie vor einer der wichtigsten Künstler der Musikwelt, der Jazz, Blues und Mariachi-Sound mit einer Rock’n’Roll-Spiritualität und unserer Beziehung zur Musik verbindet.
Wenn ein Künstler seit 12 Jahren kein Album veröffentlicht hat, aber in all der Zeit trotzdem nie wirklich von der Bildfläche verschwindet – dann spricht das ganz eindeutig für diesen Künstler. Mike Skinner alias The Streets hat für den 20. Oktober das neue Album "The Darker The Shadow, The Brighter The Light" angekündigt – und dazu gleich seinen ersten gleichnamigen Spielfilm!
"The Darker The Shadow, The Brighter The Light" ist ein abgefahrener Noir-Krimi, der in Londons Clubwelt spielt. Skinner hat das Drehbuch geschrieben, Regie geführt, gedreht, geschnitten, vertont, finanziert und sogar seine eigenen Spezialeffekte für den Film entwickelt.
Ian White | AU 2023 | 99 min | Engl. OV
"Mutiny In Heaven" zeigt die aufregenden, ausschweifenden und oft urkomischen Abenteuer der legendären Post-Punk-Band The Birthday Party aus Melbourne – in ihren eigenen Worten.
Die Ende der 1970er Jahre in Melbourne, Australien, gegründete Band The Birthday Party war eine der einflussreichsten Bands ihrer Zeit. Angetrieben von der aufbrausenden Beziehung zwischen Sänger Nick Cave und Gitarrist Rowland S. Howard wurden The Birthday Party oft als die gefährlichste Band der Welt bezeichnet. Mit einem von Mick Harvey kuratierten Soundtrack und vielen seltenen und ungesehenen Fotos, Kunstwerken, Briefen und Tagebüchern, unveröffentlichten Tracks und Studioaufnahmen ist "Mutiny In Heaven" eine spannende Chronik der Band und ein Muss für Post-Punk-Fans!
Lisa Cortes | US 2023 | 101 min | Engl. OV
Die Beatles und die Rolling Stones haben so ziemlich alles von diesem Mann gelernt. Elvis soll ihm Backstage zugeflüstert haben: "You will always be the true King of Rock'n Roll." Und John Waters trägt ihm zu Ehren seinen Schnautzbart, weil er erstmals Queerness ins Kino nach Baltimore brachte. "Little Richard: I Am Everything" erzählt die Geschichte der schwarzen und queeren Ursprünge des Rock ’n‘ Roll und sprengt den weiß getünchten Kanon der amerikanischen Popmusik, um deren wahren Innovator und Erfinder zu enthüllen: Richard Penniman.
Anhand einer Fülle von Archivmaterial und Performances, die uns in Little Richards komplizierte Innenwelt führen, spult der Film die Lebensgeschichte der Ikone mit all ihren Wendungen und Widersprüchen ab. Sein ganzes Leben lang taumelte Richard wie ein glänzender Spielball zwischen Gott, Sex und Rock n‘ Roll. Die Welt versuchte, ihn in eine Schublade zu stecken, aber Richard war ein Alleskönner, der vieles – alles – in sich vereinte. Dieses längst fällige filmische Denkmal für ihn wird bereits als Oscar-Kandidat gehandelt.
Alison Ellwood | USA, UK 2023 | 96 min | Engl. OV
Der Film erzählt von Cyndi Laupers rasanten Aufstieg zum Star und ihrem tiefgreifenden Einfluss auf Generationen durch ihre Musik, ihren sich ständig weiterentwickelnden Punk-Stil, ihren unerschütterlichen Feminismus und ihr unermüdliches Engagement. Der Film nimmt die Zuschauer mit auf eine fesselnde Entdeckungsreise in die Welt einer bahnbrechenden Künstlerin, die mit ihrer Kunst ein bemerkenswertes Vermächtnis hinterlassen hat.
Der Dokumentarfilm von Alison Ellwood, von Lauper selbst gesprochen, positioniert die Sängerin nicht als ein Artefakt der Popkultur, sondern als eine Künstlerin, die sich ständig neu erfindet, eine lebenslange Kämpferin, die sich immer für andere eingesetzt hat.
Katia deVidas | FR/GB 2023 | 90 min | Engl. OV mit dt.UT
"Peter Doherty: Stranger In My Own Skin" zeigt den britischen Sänger und legendären Frontmann der Libertines, Pete Doherty, wie er am Höhepunkt seiner Bekanntheit in die Tiefen der Sucht abtaucht. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wurde Doherty von der Regisseurin und Musikerin Katia deVidas gefilmt, wobei über 200 Stunden exklusives Filmmaterial entstanden. Wir sehen – in den Worten des Künstlers – Dohertys bewegenden und emotionsgeladenen Kampf, seine Dämonen zu überwinden und aus der Dunkelheit zurück ins Licht zu treten.
Jürgen Moors | AT 2020 | 82 min | dt. OV
Ein Abend als Hochamt des musikalischen Schmähführens und der Freundschaft, in Erinnerung an den großen Willi Resetarits (1948-2022) und in Anwesenheit von Mitgliedern der Band und des Filteams.
Das Quartett bestehend aus Ernst Molden, Willi Resetarits, Walther Soyka und Hannes Wirth hat mit seiner Mischung aus Wiener Balladen und feinfühligem Schmäh nicht nur zahlreiche Alben veröffentlicht, hunderte Konzerte gegeben und eine eingeschworene Fangemeinde hinter sich versammelt: Die vier Musiker haben außerdem eine tiefe Freundschaft zueinander entwickelt, die sich Abend für Abend auf der Bühne manifestiert. Im August 2018 reisen die vier Herren ins Salzkammergut um dort am „Sprudel Sprudel und Musik“ Festival aufzutreten. Der Wiener Filmemacher Jürgen Moors begleitet sie bei den Vorbereitungen, bei kurzen Verschnaufpausen in der grünen Sommerlandschaft und schließlich bei einer bejubelten Show.
Der Reinerlös des Abends geht an das Herzensprojekt von Willi Resetarits, das Wiener Integrationshaus.
Anton Corbijn | GB 2022 | 101 min | Engl. OV
Anton Corbijns wahnsinnig unterhaltsame Doku porträtiert Hipgnosis, die Designer hinter den ikonischsten Plattencovern der Rockgeschichte – von Bands wie Pink Floyd, Led Zeppelin und vielen anderen.
Hipgnosis entwickelte sich von der Gestaltung von Covern für ihre Kumpels (wie David Gilmour und Syd Barrett) zur treibenden Kraft hinter der visuellen Identität einiger der populärsten Künstler der 1970er Jahre (man denke an Led Zeppelin und Paul McCartney). Ihre Methoden waren unkonventionell, ihre Budgets oft unangemessen, aber sie waren furchtlose Visionäre, die Fotografien kunstvoll manipulierten, lange bevor Computergrafiken allgegenwärtig wurden. Corbijns Film ist eine charmante, witzige und schön gestaltete Geschichte über herausfordernde Freundschaften, Leidenschaft und Visionen, voller faszinierender Anekdoten und großer Musikpersönlichkeiten.
Karen O Connor, Miri Navasky, M. O Boyle | US 2023 | 113 min | Engl.OV mit dt.UT
Als Musikerin, Bürgerrechtlerin und Aktivistin stand Joan Baez seit ihrem Debüt im Alter von 18 über 60 Jahre auf der Bühne. Für die inzwischen 82-Jährige war das Persönliche immer schon politisch, die Freundschaft zu Martin Luther King und der Pazifismus prägten ihr Engagement. Ausgehend von ihrer Abschiedstour zieht Baez in dieser Biografie eine schonungslose Bilanz, in der sie sich auch schmerzhaften Erinnerungen stellt. Sie teilt nicht nur ihre Erfolge, sondern spricht offen über langjährige psychische Probleme und Therapien, über Familie, Drogen, das Altern und Fragen von Schuld und Vergebung. Und sie stellt auch klar, dass sie während ihrer Beziehung mit dem sehr jungen Bob Dylan ihre Prominenz nutzte, um seine Karriere in Gang zu bringen. Ihre Enttäuschung über die spätere Entfremdung von Dylan wird greifbar.
Aufgrund einer langjährigen Freundschaft zu einer der Regisseurinnen, Karen O’Connor, gewährte Baez dem Regietrio auch Zugang zu den „inneren Dämonen“, die sie seit ihrer Jugend begleiten. Der Film verwebt Tagebuchtexte, eine Fülle von teils ungezeigtem Archivmaterial und ausführliche Gespräche mit Baez mit Backstage-Momenten der Tour. Ein intimes Porträt.