Bild: Susanne Hassler Smith
Lange Zeit war Wien (fast) der musikalische Nabel Österreichs - doch längst haben die Bundesländer nachgezogen, Stichwort Schlosswiese Moosburg, Burg Clam und Festung Kufstein. Und auch die aktuell geilsten österreichischen Bands spielen natürlich nicht nur in der Bundeshauptstadt, sondern ziehen quer durchs Land und somit fast bis vor eure Haustüre! Welche vier Touren ihr in den nächsten Monaten definitiv nicht verpassen dürft, erfahrt ihr hier!
Bereits als Jugendlicher und ab den späten Achtzigern hat Herwig Zamernik mit der Avantgarde-Lärmband Disharmonic Orchestra die österreichische Musiklandschaft geprägt, 1992 stieg er dann bei Naked Lunch ein und bildete bis zu seinem Ausstieg 2019 gemeinsam mit Oliver Welter den kreativen Kern der Gruppe. Noch vor seinem Ausstieg, parallel zum Naked-Lunch-Album “Songs for the Exhausted”, begann er 2005 auch unter seinem Alter-Ego Fuzzman eine Solokarriere: Seit zwei Dekaden besingt der Fuzzman nun also schon das Leben und die Liebe, Anlass genug für eine Karriere-Werkschau mit dem Titel “Fuzzman Go Home”, die erst kürzlich erschienen ist. Doch eine reine Hitsammlung ist's nicht: Natürlich finden sich hierauf auch einige der Banger der letzten Jahre wieder, aber auch Obskures, persönliche Lieblingsstücke und gleich fünf neue Songs.
Eh klar, dass dieses Jubiläum in den nächsten Wochen auch live, auf der Bühne, gefeiert wird - und wer damit vom Fuzzman noch nicht genug hat, der schreibe sich für kommenden Sommer zudem das Fuzzstock in den Kärntnerischen Alpen in den Kalender: Das ist ein feines, zauberhaftes Boutique-Festival von Herwig, das alljährlich mit einem formidablen Line-Up glänzt!
Aber nach einer langen Pause ist auch Oliver Welter mit Naked Lunch wieder zurück: Auf dem neuen Album “Lights (And A Slight Taste Of Death)” - für mich zweifelsohne eines der fünf besten Alben des Jahres - bringt Welter in neuer Bandbesetzung scheinbare Gegensätze aufs Schönste zusammen, Liebe und Tod, Lebenslust und Traurigkeit, Euphorie und Melancholie. Das Album ist ebenfalls bereits erschienen.
Gemeinsam mit den Mitmusikern Boris Hauf und Alex Jezdinsky, sowie Produzent Wolfgang Lehmann zelebriert er hierauf nichts weniger als das Leben, die mit so vielen Brüchen ungebrochene Liebe zum Leben mit all seinen Freuden, Ekstasen und Möglichkeiten, verfallenen und gehaltenen Versprechen, (aufgelösten) Widersprüchen, (überwundenen) Widrigkeiten und Widerständen - und erstmals gibt es bei Naked Lunch sogar ein Solo, allerdings von einem Saxofon!
Das ausführliche Gespräch mit Oliver Welter findet ihr an [dieser Stelle] am HEADLINER!
Musikalisch gesehen ist Österreich anscheinend ein Fan von Doppelpacks: Stichwort Seiler & Speer und Pizzera & Jaus. Ein ganz neues Doppelpack - und noch dazu eines, an das man vermutlich gar nicht erst gedacht hat, gibt es erstmals kommenden Sommer: Nämlich Rian und JOSH.!
Auf der einen Seite der Typ, der mit “Schwarzes Schaf” viral ging und hierauf zum “Verwandtschaftstreffen” und einer “Hausparty” lud, auf der anderen Seite der Typ, der bei eben dieser Hausparty sich den einen oder anderen “Expresso” mit “Tschianti” genehmigt und anschließend mit der “Cordula Grün” seinen “Namen tanzt”. Die Konzerte, die unter dem Titel “In einer Tour” laufen, werden da definitiv ein musikalisches Gipfeltreffen der besonderen Art, Konzerte, die man sich nicht entgehen lassen sollte - und man kann nur hoffen, dass sich dieses einzigartige Zusammentreffen nicht nur auf die paar Konzerte beschränkt, sondern dass sich die beiden Herren vielleicht sogar zu einem gemeinsamen Song - oder gar einer ganzen Platte?! - überreden lassen!
Die ersten drei Alben von Voodoo Jürgens - “Ansa Woar”, “'s klane Glücksspiel” und “Wie die Nocht noch jung wor” - sind allesamt bereits verdiente Klassiker des österreichischen Pops, und gleichermaßen bilden sie eine Art Sturm & Drang-Trilogie: Mit dem von ihm gespielten, jedoch leider ziemlich brotlosen Rickerl in “Rickerl - Musik is höchstens a Hobby” (2024) hat David Öllerer - so Voodoo Jürgens - erfolgstechnisch glücklicherweise wenig gemein - im Gegenteil! (Das Interview zum Film findet ihr übrigens an [dieser Stelle] bei uns am HEADLINER.)
2026 präsentiert er sich gemeinsam mit seiner Ansa Panier zum zehnjährigen Jubiläum nun jedoch nicht nur revitalisiert, sondern auch runderneuert mit neuem Songmaterial - das übrigens im deutschen Norden entstanden sein soll, dort, wo einst Heintje schon seine “Mama” besang. Voodoo soll seinem Sound dort eine Frischzellenkur verpasst haben, und auch die lyrische Palette soll fürs neue Album erweitert worden sein, das Beisl für die große Welt da draußen, sowie die kleine Welt da drinnen, jene in der eigenen Seele, verlassen werden. Ich bin gespannt wie ein Gummiringerl - und schau mir das auch live definitiv an!